Mitarbeiter

In charismatischen Kreisen hört man manchmal die Aussage:„Du musst deine Berufung erkennen,sonst bist du nicht richtig im Willen Gottes.“ Man schaut sich in der Bibel Berufungsgeschichten an, etwa die des Propheten Elia oder die von Mose am Dornbusch und vermittelt damit, das sei genau das, was jeder braucht. Mit dem Ergebnis, dass viele junge Leute in einer Warteposition sitzen. Sie sind im besten Alter ihres Lebens und bereit, loszustürmen. Aber sie kennen„ihre Berufung“ noch nicht. Wenn wir aber die heilige Schrift studieren, stellen wir fest: Es gibt nur eine Berufung. Die müssen wir nicht suchen. Sondern wenn wir in der Nachfolge Jesu unterwegs sind, dann sind wir bereits Berufene. Diese Berufung – eine lebendige Beziehung zu Gott dem Vater durch Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes zu leben – geht von Gott aus und ist alles, was wir brauchen. Damit haben wir Zugang zur Fülle des Lebens.Wir fangen an, zusammen mit anderen, die auch berufen sind, Himmel auf Erden in der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott zu leben. Das ist dramatisch, das ist genial! Mehr an Berufung gibt es nicht und braucht es auch nicht. Unabhängig von dieser Berufung – und das hat nichts mit besonderer Heiligkeit zu tun – gibt es etwas, das ich„Auftrag“ nennen würde. Etwa, wenn Gott zu einem Mann sagt:„Hör mal, zwei Straßen weiter ist ein Mann, der blind ist. Geh bitte dort hin und bete für ihn, dass er wieder sehend wird. Und sag ihm, dass du das im Namen von Jesus Christus tust!“ Dieser Mann war in der Lage, vielleicht während seiner alltäglichen„Stillen Zeit“, diesen Auftrag zu vernehmen. Er fragte zurück:„Woran erkenne ich ihn?“ – Na gut, ein Blinder zwei Straßen weiter, der sollte eigentlich nicht so schwer zu finden sein. Aber im Gebet hat er den Eindruck, dass der Mann Saulus heißt. Erschrocken fragt er zurück:„Moment mal, meinst du den Saulus, der uns Christen verfolgt?”–„Ja, den meine ich“ … Das ist ein Auftrag. Die begriffliche Trennung ist nur eine Hilfe, um deutlich zu machen: Wenn ich in meiner Berufung als Kind Gottes lebe, dann kann es passieren, dass ich einen Auftrag bekomme. Gott will diese Welt retten. Meine Aufgabe ist es, so in meiner Berufung zu leben, dass er zu mir reden kann und wenn er es tut, gehorsam zu sein. Denken wir nur daran, wie anders die Weltgeschichte verlaufen wäre, wenn der oben von Gott so angesprochene Bruder – vielleicht sogar völlig zu Recht – darauf verwiesen hätte, dass er an dem Tag bereits ganz viel zu tun hätte oder dies sein erster Urlaubstag sei und er deshalb keine zeit hätte, einen blinden Mann aufzusuchen. Andere Leute wiederum schieben ein gewaltiges Projekt nach dem anderen an und der Herr sagt:„Das war nicht von mir; ich weiß gar nicht, warum sie das gemacht haben. Eigentlich hätte ich ein paar Aufträge für sie gehabt, aber sie waren so beschäftigt mit ihren Projekten.” Ob ich einen Auftrag bekomme oder nicht, hat weder mit meinem Seelenheil zu tun, noch ist es, wie gesagt, ein Ausweis besonderer Heiligkeit. Es gibt Aufträge von Gott, die bekommt kein Mensch mit und im Himmel werden wir einmal staunen, wer wirklich Bedeutsames bewegt hat. Vielleicht ein in der Gemeinde wenig beachteter treuer Beter, der bereit war zu sagen:„Herr, hier bin ich. Sprich, Dein Diener hört.“ In jedem Fall aber sollten wir heute anfangen, unserer Berufung als Kinder Gottes gemäß zu leben und einen Unterschied in unserer Umgebung zu machen.
(Impuls von Martin Franke/ Rechtsanwalt aus Frankfurt/ Main)

Genau das wollen wir gern vermitteln und umsetzen. Berufung leben- unabhängig von Beruf oder Auftrag. Dennoch hat Gott manche von uns aus unseren erlernten Berufen herausgerufen, um innerhalb dieses Werkes diesen Dienst zu tun. Aber dieser Dienst ist nur möglich durch eine große Zahl an ehrenamtlichen Mitarbeitern, die uns durch ihre Gaben, Fähigkeiten, mit ganzem Herzen und viel Hingabe unterstützen. Dafür danken wir euch von Herzen. Wir wissen, dass es einmal vor Gott keine Rolle spielt, ob wir ihm hauptamtlich oder ehrenamtlich gedient haben.